Die Gesamtschule Nord feierte „25 Jahre auf hoher See“

Es war der 04.09.2015 kurz vor 11 Uhr. Die festlich geschmückte Schulmensa füllte sich mit einer Vielzahl unterschiedlichster Gäste. Dies mit gutem Grund, denn der Schulleiter der Gesamtschule Nord Wolfgang Erdmann hatte zum Festakt anlässlich des Schuljubiläums „25 Jahre auf hoher See“ geladen.

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Zu Elternvertretern, Schülervertretern und Mitarbeitern der Schule gesellten sich Gäste der Institutionen des Stadtteils, der Stadt, der Bezirksregierung und sogar des Bundes, die sich der Schule verbunden und verpflichtet fühlen. So waren der Oberbürgermeister der Stadt Essen Reinhard Paß, Dirk Heidenblut (MdB), der Sozialdezernent Peter Renzel und Ratsmitglieder der Fraktionen der Stadt Essen ebenso anwesend wie Mitarbeiter des Kinderschutzbundes, der Paten für Arbeit, des Jugendamtes und der Polizei der Stadt Essen - um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Hinzu kamen viele ehemalige Mitarbeiter der Gesamtschule, hierunter die langjährige Schulleiterin Sabine Bellers und sowie ihr Nachfolger Thomas Keller, die diese Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit vielen Altbekannten und darüber hinaus das Schuljubiläum zu feiern nicht versäumen wollten.

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Und so sah man viele Gäste schon im Gespräch und in Unterhaltung als schließlich eine eindrucksvolle, musikalisch untermalte Bildpräsentation mit Fotos aus der Geschichte der Schule den Beginn des eigentlichen Festaktes einläutete – beispielsweise aus den Anfangsjahren in den frühen 90'ern, von erfolgreichen Projekten in den vergangenen 25 Jahren (z.B. „Mut gegen Rechts“) und von viel zu früh verstorbenen KollegInnen.

 

Wir bau(t)en eine neue Schule“

„25 Jahre auf hoher See“ – so der Titel der Veranstaltung. 25 Jahre voller Aufbruch, Taten und Bewegung, aber auch manchem Wellengang, der das Lernen und Arbeiten nicht immer einfacher machte, 25 Jahre, die einen Blick in die Vergangenheit, auf Geleistetes erlaubten.

Wer schon im Jahre 1990 dem Festakt zur Schulgründung beiwohnte, erlebte eine Art déjà vu, als Gründungsmitglieder der Schule die Bühne betraten und gemeinsam mit derzeitigen Lehrkräften das Gründungslied „Wir bau(t)en eine neue Schule“ zum Besten gaben.

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Diese Schule wurde jedoch nicht die MS AIDA, wie der Schulleiter und „Kapitän“ Wolfgang Erdmann im Rahmen seiner Begrüßungsrede betonte. In der Folge machte er die Reederei in Person des anwesenden Oberbürgermeisters auf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen aufmerksam, die an den Schulgebäuden notwendig seien, wofür er nachhaltig großen Beifall aus dem Publikum erhielt. Zur langen Wunschliste gehöre ebenso eine Aula, der Grund, warum der Festakt in Ermangelung derselben in der Mensa stattfinden musste. Über die Geschichte und die Entwicklung der Schule und Schulgebäude im Stadtteil Vogelheim informierte überdies eine Plakatwand mit aufschlussreichen Bildern aus der Vogelperspektive.

 

„Wir bau(t)en eine neue Schule“ – dieser Titel berührt aber nicht alleine und ebenso nicht zentral Gebäudefragen. Vielmehr bezieht sich die Idee einer neuen Schule auf die Gründung im Jahre 1990, hervorgegangen aus einer Haupt – und einer Förderschule, sowie die hiermit verbundenen pädagogischen Ideale, Herausforderungen und die Leistungen, die in den folgenden 25 Jahren erbracht wurden. Hierfür dankte der Oberbürgermeister Reinhard Paß in seinen Grußworten ausdrücklich den Mitarbeitern der Schule, ebenso wie Dirk Heidenblut (MdB) und die leider nicht anwesende Frau Ministerin Löhrmann, deren Grußworte von der Schülervertreterin Kausar Madani (Klasse 11) verlesen wurden.

 

Wolfgang Erdmann ließ sich in seiner Rolle als Kapitän (die Kapitänsmütze wurde ihm von zwei Schülernnen des 6. Jahrgangs aufgesetzt) nicht die Gelegenheit entgehen Dirk Heidenblut sowie Reinhard Paß einen Kompass zu überreichen und diese somit „einzunorden“.

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Minerva tritt auf und fordert Rechenschaft

Minerva, die römische Schutzgöttin der Lehrer, Schulen und der Bildung forderte in ihrem Auftritt:

 

„ Rechenschaft brauche ich jetzt ohne Zögern noch Aufenthalt von Euch,

Frauen und Männern der Schule hier, ob Euch denn Bildung von Kindern

so gelang, dass fröhlichen Herzens und stark gemacht sie reich an Wissen

hoffnungsvoll Wege des Lebens beschreiten und mutig sich wagen,

Stürmen zu trotzen und Eisberge meidend zum Hafen

hinzugelangen, den ihnen der Lehrer Rat gezeigt.

Flieget nun, Eulen, um Weise zu holen, die uns allen kundtun,

was früher hier gelang, was heute passiert und zukünftig ansteht.“

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Die aufgerufene Gruppe der Gründer preiste die Schule in der Folge als einen (H)ort der Vielfalt, wo Toleranz und Respekt gegenüber Andersartigkeit ebenso gelebt und als Schatz gehütet werde, wie auch erfolgreiches Lernen, Zusammenhalt und Verantwortung geübt werden.

 

Vielfalt in der Einheit und im gemeinsamen Stamm – das war auch die Antwort im von Frau Demiral-Cetin vorgetragenen Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe „Gingo biloba“ aus dem „West-Östlichen Divan“. Begleitend zum Gedicht traten SchülerInnen unterschiedlicher Kontinente auf, die mit Schildern auf ihre jeweilige Herkunft aufmerksam machten und symbolisch zusammentraten um ihre Zusammengehörigkeit an der Gesamtschule Nord (und darüber hinaus) zu verdeutlichen.

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Die jüngsten Gelehrten wiederum sahen sich als Motor, als Antrieb des Schiffes MS Gesamtschule Nord und wiesen auf die besonderen Herausforderungen der Gegenwart hin (z.B. Inklusion & Teamschule).

 

Schließlich hob Wolfgang Erdmann als Kapitän hervor:

„Zum Sehen ernannt,

Zur Sorge bestellt,

Das Steuer zur Hand

Gefällt mir die Welt.

Ich blick in die Ferne

Ich hör in der Näh

Der Schüler Gelerne,

Der Kollegen Wehweh.

So seh´ ich in allen

Die ewige Zier,

Das Heben und Fallen

Wie Wellen sind wir.

Im Schiffsrumpf das Bohren,

Im Mast das Geschrei –

Ihr glücklichen Ohren,

Was es auch sei.

Ihr glücklichen Augen,

Was je Ihr gesehen,

Es sei, wie es wolle,

Es war doch so schön.“

 

Minerva, tief beeindruckt von Worten und Taten, überreichte dem Kapitän als Zeichen der Anerkennung endlich das wohlverdiente Wappen und wünschte sich:

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„Ich jetzt lass´ Euch zurück. Bleibt treu den Kindern und tapfer

Ideen versprühend, als Schwestern und Brüder vereint.“

 

Netzwerk und Würdigungen

Eine gute Schule, das ist aber nicht nur eine Schule, die für sich alleine gut funktioniert. Darauf machte der Auftritt der Institutionen und Kooperationspartner verschiedener Stadtteile aufmerksam, die in einer Vorstellungsrunde einander symbolisch den Ball reichten.

Und: Eine gute Schule funktioniert nicht ohne den verlässlichen Einsatz vieler wertvoller Mitarbeiter und Helfer der Schule. Das betonte auch Wolfgang Erdmann. Stellvertretend für viele Weitere fand er in seiner Abschlussrede geeignete Worte der Würdigung für Herrn Schliffke, Herrn Kirchner, Frau Scanu, Frau Appelmann, Frau Schäfer und Frau Stabenow, denen er jeweils symbolisch einen Kompass überreichte.

 

Musikalisches und Kulinarisches

Gelegenheit die vielen Worte während des Festaktes nachhaltig wirken zu lassen boten die ins Programm eingeflochtenen musikalischen Darbietungen von Klaus Lotz (Klavier), Wolfgang Pappe (Bass) und Thomas Döller (Querflöte), die jeweils thematisch passende Jazz-Standards in wunderschönen Interpretationen zum Klingen brachten und so dem gesamten Jubiläum eine festlich-besinnliche Stimmung verliehen haben.

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Zum Abschluss traten Schüler des 6. Jahrgangs mit dem Song „Sweet home Vogelheim“ auf und animierten alle anwesenden Gäste zum Mitsingen und Mitklatschen.

Nach dem offiziellen Festakt blieben noch viele Gäste zum Gespräch, zur Unterhaltung, zum Wiedersehen bei einem Getränk und einem Snack und …

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… freuten sich auf das 30-jährige Schuljubiläum in fünf Jahren.

 

Autor: Georg Pelzer