50 Städte - 50 Spuren

Eröffnung der Ausstellung durch Oberbürgermeister Thomas Kufen

Die Wanderausstellung des Kunst- und Friedensprojektes „50 Städte – 50 Spuren“ (www.50cities-50traces.org) wird vom 9.7.-10.8.2018 in der Zentralbibliothek im Gildehof in Essen gezeigt. Diese Ausstellung anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages 1968 durch die UdSSR und Großbritannien wandert seit diesem Jahr durch Städte rund um die Welt und wird im Jahr 2020 bei der UN Vollversammlung in New York enden. Initiiert wurde die Wanderausstellung von der Stuttgarter Künstlerin Klaudia Dietewich, um einen Beitrag zur Diskussion über Abrüstung und Frieden zu leisten und die an dem Städtebündnis „Mayors for Peace“ teilnehmenden Städte als Standorte auf dem Weg zu verbinden. Ziel dieses Netzwerkes ist es, eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen.

 

Atomwaffen sind in der Lage, die Menschheit spurlos auszulöschen. Die Ausstellung „50 Städte – 50 Spuren“ setzt sich mit den Mitteln der Kunst mit dieser Bedrohung auseinander. Metall-Tafeln aus den 50 Mitgliedsstädten der Organisation „Mayors for Peace“ zeigen Spuren, beispielsweise die grün-weiße Straßenmarkierung aus der Huyssenallee in Essen (im Anhang) oder andere Abdrücke auf dem Asphalt. Die je nach Stadt unterschiedlichen sichtbaren Spuren fordern die Betrachtenden auf, sich für eine Welt ohne Nuklearwaffen auszusprechen. Zitate der Bürgermeister*innen der jeweiligen Städte ergänzen diese.

 

Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen:

Atomwaffen dürfen nie wieder zum Einsatz kommen. Es ist wichtig, hier ein eindeutiges und eindringliches Zeichen zu setzen sich gemeinsam für die weltweite nukleare Abrüstung und ein friedliches Zusammenleben zu engagieren. Auch in der heutigen Zeit, die aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen und Terrorismus aus den Fugen geraten scheint, darf es kein Zurück zu dieser unmenschliche Waffe geben.

 

Autorin: Sabine Schreck (politische Jugendbildung / Jugendamt Stadt Essen)

 

Siehe hierzu auch:

https://www.stadtbibliothek-essen.de/veranstaltungen_9/ausstellungen_1/sbbtke___content_breit.de.html

https://www.essen.de/meldungen/pressemeldung_1234931.de.html

 

Beteiligung des GK Kunst Q1 der Gesamtschule Nord

Für die Eröffnungsveranstaltung der Wanderausstellung des Kunst- und Friedensprojektes 50 Städte – 50 Spuren am 06.07.2018 wurde die Schülergruppe des 12. Jahrgangs (Q1) der Gesamtschule Nord eingeladen, um mögliche Ergebnisse zum Thema Atomwaffen, Krieg und Frieden in Ergänzung zum Friedensprojekt zu präsentieren.

tl_files/Content-Bilder/News/2018_07/50Staedte50Spuren_klein.jpgFoto: Iris Lorsong - 06.07.2018

 

Die SchülerInnen des GK Kunst hatten sich vorab im Unterricht nach den Vorgaben des Zentralabiturs 2019 mit künstlerischen Sichtweisen und Haltungen zwischen Distanz und Nähe im grafischen und malerischen Werk von Francisco de Goya (1790 bis 1825) auseinandergesetzt. Hierbei haben sie u. a. Goyas schonungslose Darstellungen in seinen Caprichos sowie die ungeschönten Grausamkeiten seiner Desastres de la Guerra (Die Schrecken des Krieges) mit gleichzeitiger Faszination und Abscheu rezipiert.

 

Inspiriert von dieser Erfahrung entwickelten sie gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin Frau Lorsong das Thema Schreckliche Ereignisse. Die SchülerInnen recherchierten in verschiedenen Bilddatenbanken im Internet, um eine Abbildung zu finden, die sie persönlich berührt, mit deren Geschichte sie etwas verbindet und die gleichzeitig in ästhetischer Hinsicht als Ausgangspunkt der eigenen Gestaltung dienen könnte.

 

Nach digitaler Bearbeitung und Reduktion des Ausgangsmaterials, setzten die SchülerIinnen ihre Definition eines schrecklichen Ereignisses – meist handelt es sich dabei um konkrete Leidensgeschichten der aktuellen Kriege auf unserem Planeten – als Hochdruck mit dem Linolschnitt um.

 

Nach mehreren Probedrucken, wurde ein finaler Schwarz-Weiß-Druck auf Büttenpapier gedruckt. Um die intendierte Aussage ästhetisch wie inhaltlich zu erhöhen, suchten die SchülerInnen nun nach einer geeigneten Abbildung, die als Druckobjekt dienen könnte. Teilweise wurde auch die Druckfarbe zusätzlich zur Ausdruckssteigerung verwendet. Abschließend verfassten sie kleine Kommentare, um über den inhaltlichen Kontext der Themen – und Materialwahl aufzuklären.

tl_files/Content-Bilder/News/2018_07/EslemYilmaz.jpgDruckgrafik: Eslem Yilmaz - Juni 2018

 

Bei der Ausstellungseröffnung am 06.07.2018 fanden die Schülerarbeiten bei den anwesenden Besuchern - darunter auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie die Künstlerin Klaudia Dietewich - großes Interesse und Lob. Die SchülerInnen waren in diesem Moment selbst überrascht, welche Kraft ihre Druckgrafiken haben, dass sich ihre eigenen Botschaften derart kommunizieren lassen und wozu schließlich die Sprache der Kunst fähig ist.

 

Die Schülerarbeiten können ebenfalls weiterhin bis zum 10.8.2018 in der Zentralbibliothek im Gildehof in Essen betrachtet werden.]

 

Autorin: Iris Lorsong (Kunstlehrerin an der Gesamtschule Nord)

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