Keller

Der „Keller” - oder wie baue ich einen Freizeitbereich?

Es gibt Leute, die gehen in den Keller um zu lachen. So sang es zumindest mal eine Deutsche Hip Hop Band. Andere lagern im Keller Kartoffeln oder ihren Wein. In den achtziger Jahren hatte dort jeder, der etwas auf sich hielt, einen Partykeller.tl_files/Content-Bilder/Keller/Keller_theke.jpg

Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Nord in Essen Vogelheim gehen in den KELLER”, um hier ihre Freizeit, das heißt ihre unterrichtsfreie Zeit zu verbringen.

Vor zwanzig Jahren waren es noch alte verstaubte Kellerräume, die sehr an eine verfallene Industrieanlage erinnerten. Inventar dieser Räumlichkeiten war eine Menge Gerümpel: ein paar Regale mit verdreckten Reagenzgläsern, zerrissene Plakate, eine ausgediente Tafel und viele Dinge, die niemand mehr brauchte - ausgemustert aus dem Schulbetrieb. Es passierte auch kaum, dass sich jemand in diesen Bereich des Schulgebäudes verlief. Höchstens um dort etwas abzustellen oder zu „entsorgen”.

Im Jahr 1995 kamen dann die beiden Sozialpädagogen und eine Lehrerin auf die Idee diesen scheinbar vergessenen Teil der Schule zu nutzen, um dort etwas für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Nämlich einen Freizeitbereich!

tl_files/Content-Bilder/Keller/Freizeitbereich_Keller.jpgNach etwas Planungszeit machten sich also einige Schüler unter Anleitung einer Kunstlehrerin und des Sozialpädagogen an die Arbeit den ehemaligen „Abstellkeller” in einen gemütlichen Freizeitbereich umzuwandeln. Sie verputzten und strichen Wände um sie sogleich wieder aufzustemmen, da sie vergessen hatten, Kabel zu verlegen, klebten Fliesen, mauerten eine wunderschöne Theke und machten sich viele Gedanken über die spätere Einrichtung. Es verging fast ein ganzes Schuljahr bis der KELLER” so langsam Gestalt annahm.

Als ein großes Problem stellte sich immer wieder die Finanzierung des Projektes dar. Unmengen an Farbe, Fertigputz und nicht zuletzt Steinen und Zement mussten herangeschafft werden. Doch hier stellte sich der große Nutzen eines Verwaltungsleiters, den die Schule aus der Zeit ihres noch nicht abgeschlossenen Ausbaus ihr Eigen nannte, heraus.

Der hatte nach etwas Überredungskunst immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Anliegen der „Bauarbeiter”. Die Visionen der „Kellerkinder” überzeugten einfach. Und auch die Schulleitung wurde von diesen immer wieder mit- und hingerissen.tl_files/Content-Bilder/Keller/Keller_Kicker.jpg

Die farbliche Gestaltung der Wände übernahm auch gleich die zur Verschönerung unserer Gebäude ins Leben gerufene „Graffiti - AG”. Die Leiterin inspirierte ihre Schülerinnen und Schüler zu immer neuen Taten. Die hier entstandenen Gemälde können auch heute noch an Ort und Stelle bewundert werden. Jeder Bereich des Kellers bekam eine eigene Note.

Zum Ende des Schuljahres 1996/97 wurde der Freizeitbereich so endlich, nach zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt. Nach den Sommerferien, zu Beginn des Schuljahres 1997/98 wurde er dann eröffnet.

Da der Freizeitbereich in den Kellerräumen des Schulgebäudes Kleinstraße liegt, lag es natürlich auf der Suche nach einem passenden Namen nahe, ihn schlichtweg DER KELLER” zu nennen.

Heute bietet DER KELLER” den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen acht bis zehn viele Möglichkeiten, dort ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen.